Verfasst von: herrsupersonic | September 15, 2009

Aces High

Der erste Eintrag hier der mir wirklich schwer fällt. Weil es der letzte ist.

Es war toll das sich hier Stränge von verschiedenen Menschen zusammen gefunden haben und sich so einige recht lustige Geschichten und neue Kontakte zu spannenden Menschen ergeben haben. Das wird mir fehlen.

Vermutlich werde ich auch irgendwann wieder Bloggen, denn ich liebe es und zur rechten Zeit wird es – vermutlich an anderer Stelle – dann auch wieder Ausschnitte des Wahns geben, aber nicht jetzt, nicht bald und vor allem nicht wie bisher.

Die Frage nach dem Warum begründe ich für mich damit, das jeder Abschnitt eine andere Form des Umgangs erfordert und das hier war das Vehikel für eine bestimmte Zeit, eine Phase und ein Gefühl. Das Gefühl ist anders, die Umstände werden sich ändern und es stehen Veränderungen an, die auch das bisherige Ausdrücken ändern.

Ich hoffe man sieht sich wieder, ich hoffe es fehlt mir nicht zu sehr. Auf das die Stränge sich irgenwann wieder zusammen finden und einen lustigen Knoten bilden!
Am Ende gilt ja doch….

I said I know it's only rock and roll
But I like it.
I said I know
it's only rock and roll
But I like it
Verfasst von: herrsupersonic | September 6, 2009

Test, Test, Test, Test – Pest

Man testet ja heute nur noch. Jeder will ja wissen wo er steht. Ist man cool? Welche Stadt passt zu dir oder auch welches Tier entspricht deinem Charakter. Niemand denkt drüber nach, dass nicht vorgesehen ist das jemand das Ergebnis Ratte bekommt.
Darum funktioniert das polieren des Egos über solch einen Test wunderbar. Denn niemand würde gesagt bekommen: „Die Stadt die zu dir passt ist Gelsenkirchen Buer. Du stinkst, dein Teint ist Grau und ohne Staatshilfe wärest du längst Bankrott!“ Oder hat schon mal jemand das Ergebnis bekommen: „Du bist uncool. Keiner mag dich, deine Mode enstammt der Kikk-Jahrhundert und  außer der Supernanny, die dich nur mag weil du Quote bringst, mag dich auch keiner!“? Nein, sowas sagt ein Test nicht. Er sagt nur das man cool ist. Megacool. In unterschiedlichen Ausprägungen. Eine kleine Ausnahme gab es letzt. Da hat mein Bruder einen Test bei Facebook gemacht, was er nach dem Aufstehen als erstes machen sollte. Das Ergebniss war großartig, soll aber wegen Datenschutz mal ungenannt bleiben. Ich allerdings bekam das Ergebnis: „In Kneipe gehen“. Begründet darin, dass ich lieber Nachts arbeite und sowieso wenig schlafe, daher sollte Sozialleben am Morgen stattfinden. Toll. Das baut einen auf. Dabei hab ich es doch mit Alkohol so gar nicht, erst recht nicht am Mittag oder Morgen.

Was auch immer: Einen guten Test gibt es ja doch. Denn jetzt steht die lustige Bundestagswahl an und wir bestimmen, ob uns die Linke die Banken verstaatlicht und den Wahnsinn durchsetzt, aus Afghanistan abzuziehen, oder ob die Grünen Krümmel endlich den Gar aus machen, oder ob die SPD versuchen darf, unsere Schulden zu drücken und moderne Wirtschaft zu fördern oder ob…. was will eigentlich dieCDU? Das meine ich nicht böse (meine Gesinnung ist ja bekannt), aber im Ernst: Was wollen die?
Ich würde jetzt sagen, dass ich gehört habe die wollen die Steuern senken, aber davon ab? Umwelt nicht, Banken nicht wirklich, Afghanistan keine Aussage…. weiß einer was die wollen? (und entgegen meinem Sarkasmus anderer Tage meine ich das völlig ernst).

Ich beantworte also jetzt für mich stellvertretend mal alle Fragen des Wahlomat und lasse mich überraschen. Ergebniss ist:

1. Grüne
2. SPD
3. DKP
4. LINKE
5. FDP
6. CDU

Das verwundert mich schon etwas. Auf der anderen Seite nicht wirklich. Man darf in dem Test ja einige Dinge doppelt werten lassen und da gab es für mich nur wenige Fragen. Atomkraft, Afghanistan, gleichgeschlechtliche Ehen und Rüstung. Das ich dabei Positionen weit Links einnehme, verwundert mich weniger. Was ich wähle wird von diesem Test allerdings weniger beeinflusst. Die Linke ist für mich unwählbar (SPALTER!) und über DKP braucht man ja auch kaum nachdenken. Die zwei Parteien die in Frage kommen, unterscheiden sich aber noch in zentralen Punkten, weshalb auch das nicht einfach ist, aber die Tendenz schon zu „meiner“ Partei geht.
Interessant ist diesmal nur, dass man mit einer Stärkung der kleinen Parteien dieses böse Konstrukt große Koalition sprengen könnte. Allerdings kann ich das auch mit einer Stärkung der SPD und der Hoffnung auf bunte Bündnisse. Aber ob man das dann will?
Dieses Jahr wahrhaftig ein Kreuz. Und wirklich klüger was die CDU angeht bin ich auch nicht, außer das die gern weiter Atomkraft haben wollen. Hmm. Wenn das dann alles ist….

„Nur der bußfertige Mann wird bestehen!“

Verfasst von: herrsupersonic | September 3, 2009

Hochglanzkritik

Bevor ich zum eigentlich Beitrag komme, im Nachfassen noch schnell einige Beobachtungen der letzten Tage:
- Ich mache mich immer mehr im Schlaf kaputt und bin dann gegen Abend wieder unverspannt. Sollte es nicht umgekehrt sein?

- Die Katze schreit mit steigendem Alter immer mehr sinnlos rum und das schlimme ist, dass ich anfange mit ihr zu diskutieren. Ca so: „Miaaauuuu“ „Ja echt? Ja, da hast du Recht aber was ist mit…“ „Miaauu“ “ Stimmt. Das hab ich nicht bedacht“. Macht keinen Sinn und finde nur ich lustig – weil wir alleine sind. Hoffentlich filmt das nie einer und schickt es an so eine morbide Heimvideosendung.

-  Ich habe mit steigendem Alter mehr und mehr Forscherdrang. Nachdem ich letzt wissen wollte, welcher Teil einer Ananas benötigt wird um eine Ananaspflanze zu züchten (fast jeder), habe ich jetzt [check: netter Typ] als Dankeschön eine Orchidee bekommen. Jetzt ist der nächste Versuch, diese Pflanze überleben zu lassen. Wird eine Kunst, weil der Zettel der da dran hängt so lang ist wie einige der Romane die ich gelesen habe.

- Best of New Model Army gekauft. Eine Ex hat die damals geliebt. Aus Prinzip [check: jung gewesen] habe ich die damals gehasst, um meinen Sachverstand herauszustellen. Jaja, der eitle Fatzke! Denke selbst ich über mich. Aber: Heute ist das nicht mehr so. Irgendwann habe ich gesagt: Jedem seins, denn 80% der Musik sind kacke! Wie auch immer: New Model Army sind richtig gut, wenn man es in kleinen Dosierungen konsumiert. „51st State“ ist aber genau das richtige für die S1 um 8.11 Uhr.

- Heute habe ich mich zum ersten mal wirklich alt gefühlt. Nach Frühschicht wieder schlafen gegangen weil ich vom schlafen Kopfweh hatte. Dann wieder Arbeit und danach die Katze genommen und in Esso Shirt direkt wieder Bubu gemacht bis 10 Min. vor dem Sport. Und jetzt könnte ich schon wieder schlafen. Vielleicht habe ich die Schlafkrankheit. Immer noch besser als der Candiro . Wenn ich den hätte, dann würde ich ja….. aber lassen wir das besser, soll ja Jugendfrei sein.

- Silent Hill ist ein RICHTIG guter Film. Ich bin nicht mehr leicht zu gruseln, aber da war schon Brrr. Und die Stimmung ist böse, das Ende überraschend, die fiesen sind so richtig fies und keine Sekunde wird es langweilig. Aber das kann man anders sehen.

- Wenn ich Millionär wäre, dann würde ich ein Kopfgeld auf Joseph Kony aussetzen. Das wäre natürlich moralisch schwierig, aber ich wette das einige Jungs die mal beim Mossad waren, arbeitslose SpezNaz , oder auch Herren der Fremdenlegion. Irgendwer würde das Problem sicher für 3 Millionen lösen wollen, da die Politik es nicht schafft und auch Guatemaltekische Jungs nicht so geeignet scheinen. Whatever. Ich finde das selber nicht schön, aber wenn man ihn töten würde, könnte man den Krieg beenden und tausende Kindersoldaten könnten nach Hause gehen. Ach schlechte Welt.

Jetzt auch zum eigentlich Sinn dieses Eintrages:
Da ich nur noch eine begrenzte Zeit an der Tankstelle arbeiten werde [check: Leute zum lachen bringen] und ich dort die Chance habe, wirklich jede Zeitschrift die es gibt zu lesen, will ich die nach den gewohnt abgefuckten und harten Kriterien hier zerreißen – oder loben. Dabei gehe ich nach Genre vor. Heute nehmen wir mal erst die Bildung. Kluge Zeitschriften sollten das sein, in denen man etwas lernt oder zumindest etwas klüger ist als zuvor [und nein, Schlüsselloch macht NICHT klüger!]

1: GEO

+ Gute Artikel, richtig gut geschrieben, faktenreich und dazu noch spannend.
+ Schwerpunkt je nach Heft – erlaubt das man auch mal etwas auslassen kann. +  Einsteigerfreundlich (oft)
+ Kaum/wenig Werbung
+ Tolles Papier
+ „News“ und wissenschaftliche Erkentnisse von Belang in einem Sonderteil!

- Der Preis!!!
- Etwas gestochen und auf Anspruch ausgelegt
- Erscheint zu selten
- Themen manchmal zu speziell

Fazit: Von mir bekommt die GEO eine glatte 1-. Das ist eine meiner liebsten und wäre der Preis nicht, müsste eine 1 ohne Minus stehen.
Bahn-Lese-Prestige:  Sehr hoch!

2: Welt der Wunder

+ Kleiner Preis
+ Bunt gemischte Themen
+ Leicht verständlich

- Ich musste 5 Minuten überlegen was positiv ist!
- „Recherche wird bei euch wohl nicht so groß geschrieben was?“ Fachliche Fehler in Massen, gefährliches Halbwissen und beschmierte Verschwörungstheorien über Aliens in Ägypten. Schlimm.
- Der „einfache“ Stil scheint auf Leute abzuzielen die gerade noch den Da Vinci Code verstanden haben und beim bestellen einer Currywurst Leistungsmaximum erreichen. Man fühlt sich Stellenweise veräppelt.
- Als wissenschaftlich verkauftes Boulevardwissen macht keine gute Zeitschrift. Selbst die FHM informiert besser als dieses Heft.

Fazit:  Billig, mit kritischem Blick lustig und ein paar interessante Dinge sind zu lesen. Der Rest ist auf von Däniken Niveau und das ist bekanntlich keine Creme. Note 4- . Allerdings stimmt es bei Preis-Leistung und wenn ich nach der „Blinker“ nichts mehr zu lesen habe, dann nehm ich die Welt der Wunder echt mal aus dem Regal.
Bahn-Fahren-Prestige: Extrem niedrig an der Grenze zur Peinlichkeit!

3. Psychologie Heute

+ Informativ
+ Lustige Themen [Zumindest für Amateure wie mich]
+ Lässt lustige Zusammenhänge erkennen
+ Neue Erkentnisse aus der Wissenschaft interessant aufbereitet
+ Schönes Papier
+ Kein Anspruch auf ultimative Richtigkeit

- Hin und wieder wirklich zweifelhaft Autoren und Theorien
- Häßlicher Fokus auf Therapie und die Themenbereiche „Mein Kind schlägt mir ins Gesicht“ sowie „Meine Alte will nicht kopulieren“.
- Der Preis!
- Psychologen (2) haben mir gesagt, die Zeitschrift wäre schlimm. [Kriterium wenn man selbst keiner ist ... ]
- Die Menschen die die Zeitung kaufen sind weiblich, tragen keine BH’s und sind um die 50 und frustriert mit Falten im Gesicht.

Fazit: Fällt etwas aus der Reihe, weil die anderen Zeitschriften eher wechselnde Themenbereiche verfolgen und das hier eine Sparte ist. Dennoch Note 3.  Ich finde es interessant und sein Geld wert von Zeit zu Zeit. Allerdings muss ich die nicht bezahlen, daher ist das leicht gesagt. Wer Kinder hat die ihn verprügeln oder eine Frau/einen Mann der nicht mehr Beischlafen möchte ist aber auf jeden Fall gut bedient.
Bahn-Fahr-Prestige: Zwiespältig. Man könnte denken das der Leser einen an der Murmel hat oder aber das er auf dem Gebiet bewandert ist und man sich prima bei einem Glas Wein ausheulen kann – ohne Kopulation versteht sich [sonst liest er die ja nicht mehr].

4. National Geographic

+ Spannende Themen
+ Wechselnde Themenbereiche
+  Geilste Bilder
+ Reporter aus aller Welt die nix machen als ewig lange für Geschichten rumhängen an Orten voller schlimmer Menschenjäger und Insekten.
+ Freakshow der Tierwelt. Wunderbar.
+ Mut zum anderen Format, auch wenn das ja schon fast historisch begründet ist.
+ Wenig Anspruch als GEO, aber mindestens so informativ
+ Nicht nur Wissen, sondern auch einfach wissenswertes kommt vor

- Etwas wirr und manchmal komische Autoren. Ich kann es kaum in Worte fassen was ich meine, aber es wirkt manchmal wie auf Sensation geschrieben. Etwas wie die Bild im Zeitungssektor. Zuviele Spektakuläre Worte.
- Das Format. In der Bahn wackelt das kleine Heft so das man kaum lesen kann.
- Erscheint zu selten.
- Da das meiste wohl nur aus dem amerikanischen/englischen übersetzt wird, tauchen von Zeit zu Zeit kleine Unstimmigkeiten im Text auf und der Fokus ist etwas sichtbar gelegt auf Themen die Amerikaner interessieren. Aber das kann ich mir auch einbilden. Wer weiß.
- Überzeugt in der Recherche nicht so sehr, wie GEO. Resultiert vielleicht aber auch einfach aus dem „Näher dran sein“. Dann wäre es ja Ok.

Fazit: Die Nummer 2 hinter GEO und immer lesenswert. Von mir Note 2. Dazu finde ich das in Preis-Leistung sehr ok bis gut. Viel Text und dazu passende Bilder machen es rund und stimmig und nett zu lesen und man lässt kaum was aus. Lohnt sich!
Bahn-Fahr-Prestige:  Unauffällig. Aber sicher besser als Welt der Wunder oder Schlüsselloch.

So, das war dann der erste Sektor. Morgen könnte ich Angeln, Sex oder Männermagazin machen. Oder auch Kinderzeitschriften, Computer oder Wochenzeitungen. Mal sehen. Je nachdem was ich morgen lese oder was ihr wollt. Bis 11 Uhr habt ihr Zeit ne Meinung zu äußern.
Jetzt erstmal wieder an die Musik und Emails. Gehabt euch wohl und immer dran denken:

„Not everyone wants to touch the sun“

Verfasst von: herrsupersonic | September 1, 2009

Auflösungserscheinungen?

Da nun schon 2 Menschen fragten, welche Auswirkungen die kolportierte Trennung von Oasis auf mich hat bzw. warum ich nicht drüber schreibe, will ich mich doch noch äußern.

Das hat 2 Gründe. 1) Ich glaube nicht dran. Das sind die Gallaghers. Eigentlich sagt das schon alles, aber im Detail: Ich wette hier und sofort 5 Euro auf eine Reunion in weniger als 2 Jahren. Aber auch wenn nicht, 2) dann ist das eben so. Ich habe viele Bands geliebt und tue das noch. Aber wen davon gibt es noch? Nicht mehr geben tut es Nirvana, Soundgarden (so wie ich sie mochte), the Smith, die Dead Kennedys oder in tragischen Fällen gibt es noch sowas wie Elvis.

Musik hat eben diesen Haken: Die Schaffenden sterben wie die Fliegen oder wollen sich „verändern“. In diesem Fall kommt dazu, das Noels Soloalbum auch nicht ohne war und zumindest der sicher weiter Musik macht. Und wenn nicht, dann kommt ja zumindest keiner vorbei und klaut mir die Alben aus dem Schrank.
Menschlich ist mir das recht egal. Das ist wie beim Fußball: Ich will das Kevin Kuranyi Tore macht. Was der macht sobald er vom Platz ist, interessiert einfach gar nicht. Ich wäre ein schlechter Groupie, ich weiß.

Und darum können sich Oasis auch trennen. Einfach so. Ich hab die ja zum Glück noch live sehen können und wenn die nicht wiederkommen, dann ist das im Gegensatz zu den Stones (die man wohl noch in 100 Jahren in irgendeiner Form live sieht) ja mal was, mit dem man prollen kann.

So, die Arbeit wartet. Auch wenn sie nicht für immer leben, die Musik nimmt ja keiner mehr weg!

„champagne supernova“

Verfasst von: herrsupersonic | August 30, 2009

Change!

Yes we can!

Essen, Dortmund und Köln sind wieder Rot!
Endlich mal wieder ein Sieg. Verlieren kann doch auch langweilig sein.

Hach.

„Auf auf Genossen!“

Verfasst von: herrsupersonic | August 28, 2009

Das Wort macht es real

Diesmal muss ich wirklich voranstellen, niemanden den ich kenne persönlich zu meinen, weil ich dummerweise viele kenne, die sich in dem Beispiel wiederfinden könnten. Euch meine ich nicht!

Ich beobachte immer öfter das Phänomen, dass Menschen Dinge sagen wie „Ich esse doch kein Fleisch mehr!“ oder “ Ich trinke keinen Alkohol mehr!“.
Da ich selber 7 Jahre Fleischlos war, kann ich verstehen wie man auf die Idee kommt, ich finde es nur heute so unfassbar unverständlich, und das nicht, weil Vegetarismus doof ist oder ungesund.

An mir selbst konnte ich die Analyse zu Ende bringen. Was mich so stört ist das gesprochene Wort. Ich kann einfach kein Fleisch essen. Aber bin ich Vegetarier, nur weil ich kein Fleisch esse? Nein. Das ist man erst dann, wenn man es ausgesprochen hat. Das liegt – meiner Meinung nach – darin begründet, das man sich zum einen damit selbst diszipliniert, indem alle es wissen und im Zweifel fragen würden, warum man so einen köstlichen Döner isst, obwohl man Vegetarier ist. Das andere ist, das damit immer auch eine Aussage verbunden ist:  Ich spare CO2, ich liebe Tiere, ich kann mich selbst kontrollieren und so weiter.
Alles ehrenwerte Gründe, alles gute Gründe kein Fleisch zu essen. Aber ist es nicht das gleiche, wenn man das einfach nur tut und nicht drüber redet? Was passiert, wenn ich jetzt in den nächsten 10 Jahren kein Fleisch esse aber keinem was sage?
Was würde passieren, wenn ich in diesen 10 Jahren mal bei einem Fußballspiel bin und total Lust habe auf eine Bratwurst? Ich würde die essen. Einfach so. Weil niemand dumme Fragen stellt. Was wenn nicht? Dann nicht!

Es scheint hier und vielen anderen Fällen ja doch so, das erst die gesprochene Selbstbeschränkung die Wirkung hat, die viele erreichen wollen. Auch beim Alkoholismus passiert das gern: „Ich trinke nicht mehr“ verbindet dabei aber genau wie „ich esse kein Fleisch!“ die implizierte Abwertung aller, die noch Fleisch essen oder Alkohol trinken, weil es ja als positive Eigenschaft des Verzichtes den Konsum negativ macht.
Das wird jetzt zwar fast alle die ich kenne aufbringen, weil ich nur Menschen kenne die kein Fleisch essen oder nicht trinken, aber sagen muss ich es dennoch. Und ich darf das, denn ich habe genau diese Auswirkungen gemerkt nachdem ich einmal, mit 15 sagte: Ich esse kein Fleisch mehr!

Wie oft stand ich nachts vor einem Dönerladen und durfte das leckere Fleisch nicht essen, weil ich dann – tödlich – meiner eigenen Doktrin untreu geworden wäre. Wenn ich aber wie jetzt hin und wieder Fleisch esse, aber es auch einfach sein lassen kann, dann passiert gar nichts. Ich könnte auch ohne es auszusprechen Vegetarier sein, aber es wäre wohl nicht das gleiche.
Man kann sich dagegen sperren, aber wenn man es nicht ausspricht und die Mitmenschen davon wissen, dann ist der Vegetarismus einen Scheiß wert.

Wie gesagt fine ich das recht verständlich und es ist zumindest für mich auch Ok in Anwesenheit von Fleischfreien meine Bratwurst zu genießen und dabei ein Bier zu trinken, selbst wenn dann böse Blicke kommen. Aber es ist interessant, dass die Wahrheit erst zur Wahrheit wird, wenn andere uns kontrollieren und nicht, einfach durch die Tat.

Jetzt geht es wieder an die Schippe. Ich wünsche einen feinen und vermutlich Fleischfreien Tag. Hehe.

„No more chicks!“

Verfasst von: herrsupersonic | August 27, 2009

Ich ein Arsch, Tarantino ein König

Ich bin ein fieser Sexist!
Ich schaue Frauenfußball ja fast immer. Aber heute haben die schlimm gespielt und ich habe mich erst dabei erwischt wie ich dachte: „Gott sind die langsam!“, dann direkt danach bei: „Meine Fresse, die ziehen ja nur zurück. Das ist doch kein Zweikampf!“ und dann wurde es schlimm.
Vorurteile – das sage ich mal vorher – gründen ja oft auf Erfahrungen, die man verallgemeinert. Das folgende resultiert daraus, dass viele Frauen die ich kenne, die geforderte Fähigkeit leider nicht haben. Die Torfrau der westlichen Nachbarn warf einen Ball fast bis zur Mittellinie. Mein Kopf dachte schnell und unbewusst: „Wow, eine Frau die werfen kann“.

Ich hasse mich selbst dafür, aber wenn Frauen werfen sieht es eben oft aus, als würde ein Katapult den Stein nicht loswerden. Eine Ruderbewegung nach unten und das geworfene Objekt fällt recht senkrecht zu Boden. Natürlich ist es nicht allgemein so und ich weiß, es war ein Vorurteil. Ich gelobe Besserung!

Tarantino aber kann alles. Der neue Film hat mich 2 Stunden permanent unterhalten, Daniel Brühl spielt mit – und ging nicht auf den Sack – und das was alles über den Film sagt, ohne das man was verrät: Til Schweiger nervt nicht! Wer das schafft und mich ansonsten zu Euphorie für einen Film begeistert, der muss was großes geschaffen haben. Es mag an meinen Interessen liegen, dass dieser Film so ein Volltreffer ist, aber scheiße ich war ewig nicht so gut unterhalten. Ich kann nur empfehlen, sich das mal anzusehen.

Und jetzt muss ich doch gleich zum DSF wechseln und zusehen, wie Hertha mal wieder nichts erreicht. Wenigstens manche Dinge bleiben wie sie sind. Herrlisch!

„women be my slave“
(nicht meine Idee, singen Manowar)

Verfasst von: herrsupersonic | August 25, 2009

Und dann schlägt dein Herz….

Das Wochenende stand ja dank des Klumpfußes unter keinem besonders aktiven Stern, auch wenn ich versucht habe einen Stadtteil zur Stadt zu machen und Durchhalteparolen ans Volk zu bringen. Da mein Fuß aber nicht langfristig klumpt, passte das nicht und ich bin wieder zu den Wurzeln dessen was ich kann zurück: Texte lesen zur Gewaltforschung, Anne Will gucken mit Afghanistan-Möchtegern-Profis und schimpfen auf die vermeintlichen Experten.

Am schlimmsten ist PSL. Der SPIEGEL nennt ihr freundlich so. Alle lieben Peter Scholl Latour und er ist der große, unfassbar gebildete Experte für alles was irgendwie hinter Israel stattfindet. Selten habe ich so wenig Fachwissen und so viel Hörensagen von einem vermeintlichen Experten vernommen. Es war erschreckend.
Giftig ging der alte Mann des Fernsehens eine junge Autorin an, die einfach vieles besser wusste als er und selbst wenn ich kein Experte bin sondern nur sehr, sehr viel dazu gelesen habe konnte ich doch erkennen, dass die Dame völlig recht hatte und PSL einfach nur falschen Kram aggresiv an den Mann bringen wollte, um seinen Status als Heiliger des Orients nichts zu riskieren. Schön auch Gregor Gysi im dumm-dreisten Versuch einen Abzug der deutschen Soldaten zu fordern, weil „Krieg und Gewalt immer nur mehr Krieg und Gewalt“ bringen. Ach so, und ein Abzug bringt den Frieden und das Paradies auf Erden? Pauschalität die gefährlich ist.
Man kann sich auch fragen, wie sinnig die Abzugsdiskussion ist, wenn ein junger Mann, der seinen Unterschenkel auf einer afghanischen Straße gelassen hat klar sagt, das er die Fortschritte Afghanistans gesehen hat und die deutschen Soldaten auf jeden Fall bleiben sollen, damit das Land eine Chance auf Entwicklung hat (und bevor man vermutet das er ja Soldat ist und das sagen muss: Er ist mittlerweile Sportler und kein Soldat mehr).

Solcherlei Diskussionen machen mich sauer und manchmal wünschte ich mir, das man auch an die Afghanen denken würde oder daran, das nicht alles was Deutschland angeht in Oer-Erkenschwick und Hamm passiert.

Den Rest des Wochenendes konnte ich dafür entspannt mit Fußball verbringen. Bundesliga war ja eher … geht so, gerade wenn man Fan  von Schalke ist, aber dafür war der Sonntag sonnig und mit dem Besuch des VFL Bochum verbunden. Respekt an Bochum: selten habe ich ein so sympathisches und buntes Publikum gesehen, die noch dazu einfach nur nett Fußball schauen. Ok, gewonnen hat der VFL, aber ich kann mir nicht vorstellen das Bochumer ihr Stadion niederbrennen (bei Essen ist das anders).

Dazu kann man Bochum billig sehen, 3 Minuten vom Stadion für 3 Euro 50 parken und das Bier (Fiege) ist ok wenn frisch gezapft. Die Wurst ein Hit und die Karten gibts einfach am Kassenhäuschen, nicht wie bei Schalke wo ich mit 15 Menschen schlafen muss, bevor ich die Chance bekomme in 5 Jahren eine Dauerkarte zu kaufen um dann vielleicht einen Stehplatz zu bekommen. Oder 100 Euro für 2 häßliche Sitzplätze (keine Form von Fußballschauen die ich in Erwägung ziehen würde) zahlen.
Unter dem Strich: Wer gern mal für 11 Euro ohne Stress Bundesligafußball sehen will, der ist in Bochum richtig. Und die Hymne ist mit „Bochum“ von H.Grönemeyer ein echter Hit. Weil der Text in dem Stadion (alt und etwas runzelig) und zusammen mit den Fans einfach passt: „Du bist keine Schönheit“. Stimmt, aber nett ist es.

Zum Abschluß ein Zitat eines Bürgers aus Gelsenkirchen von früher, der in einem Fernsehbericht über das Ruhrgebiet sagt:

„Ein Samstag ohne Schalke ist wie ne alte ohne Spalte“

(Mit ist das unanenehm zu schreiben aber es passt so herrlich ins Ruhrgebiet wie Taubenzüchten oder Bier am Kiosk)

Verfasst von: herrsupersonic | August 21, 2009

Schlechter Tag

Sonst bin ich ja jedem Tag gegenüber aufgeschlossen. Aber der hier kann mich jetzt schon am Arch lecken.

Gestern beim Sport mich selbst zerstört. In der Annahme das es vielleicht ja so schlimm nicht ist und man eh nix sieht wenn es geschwollen ist, das Krankenhaus verweigert. Heute Morgen einen Klumpfuß und Schmerzen. Die Kaffeeplanung und das Duschen effektiv auf wenige Wege zusammengeplant und dennoch: Geht gar nicht.
Gut das ich jetzt arbeiten muss. Anstatt Eis auf meinen Fuß zu packen und zum Arzt zu gehen. Ich Depp.

Direkt danach eine Absage für einen Job, wo jemand gesucht war der schon 5 Jahre Erfahrung hat. Ja kann ich ja verstehen, Chancen rechnet man sich eh nicht aus, aber man ärgert sich, dass man ja nie die Chance bekommt die 3, 5 und 10 Jahre die ständig gefordert sind, überhaupt zu bekommen. Auch Kacke.

Die Katze hat auch beschlossen einen schlechten Tag zu haben und weckt um halb Sieben. Und warum? Weil ihr Karton (ihr Liebling seit 2 Tagen) umgefallen ist. Nach dem Aufrichten schläft sie im Karton ein und ich bin wach und habe einen Klumpfuß.

Gibt Tage, die sind einfach nicht fair! Das wollte ich in Selbsucht kurz der Welt mitteilen. Ich schleife meinen Körper jetzt arbeiten. Von wegen Sozialstaat……

„before we say goodnight“

Verfasst von: herrsupersonic | August 20, 2009

Völkermord 2.0

Völkermord ist so alt wie die Völker. Geschichten gibt es, die mag man nicht glauben, weil man Menschen kaum zutrauen will, zu so etwas fähig zu sein. Ich traue Menschen mittlerweile alles zu.

Danke einer Kollegin lese ich gerade ein Buch von dem Kommandeur der UN Truppen in Ruanda. Zwar konnte er den Völkermord nicht verhindern, aber ihm später die Schuld zu geben ist absurd. Auch die deutsche Regierung trägt ihre Schuld daran. Wer genau, soll offen bleiben. Das Völkermord nicht neu ist, kann man an der Geschichte Amerikas (Nord und Süd) ablesen, in Kambodscha kann man über Schädel laufen, in Armenien ist angeblich nichts passiert und Stalin konnte seine Völkermorde dank eisernem Vorhang gut verstecken. Szrebrenica ist schon zugewachsen und wird doch demnächst zum nächsten Krieg zwischen Kroaten und Serben führen (nur meine Meinung).

Das Maß aller Dinger stellt sicher auf Ewig der deutsche Völkermord dar, direkt gefolgt von Ruanda. Über den deutschen Völkermord wurde viel geschrieben und bis heute ist das ja ein Thema von internationaler Bedeutung, auch wenn viele es lieber beerdigen wollen, spätestens mit dem letzten Opfer. In einer Spiegel Doku zu Heinrich Himmler die ich in den letzten Tagen gesehen habe, erzählte eine Jüdin aus Hamburg ihre Geschichte von der Deportation, über das Ghetto in Lodz bis nach Ausschwitz und Bergen Belsen. Unfassbare Graumsamkeiten, Demütigungen und Hass gehören dazu. Irritierend war nur, dass im Gegensatz zu anderen Opfern die am Ende versöhnliches sagen und „das neue“  Deutschland von der Schuld „befreien“, diese Dame Deutschland nicht verziehen hat und auch nicht vergißt.

Die Tendenz, das man verlangt, Deutschland schuldfrei zu sehen stößt hier direkt auf Überlebende des Holocaust. Wer kann also nun behaupten er hat Recht? Ich habe dann die Dame gegoogelt und dabei Diskussion um genau dieses Thema gefunden. Tenor ist dabei unverständniss.
Ich verstehe das aber gut und das habe ich ihr dann auch geschrieben. Ihre Antwort hat es noch plausibler gemacht. Denunziantentum, ein gebildetes Deutschland das zusieht wie die Juden aus den Wohnungen nebenan geschleppt werden… niemand hat ihr oder der Familie geholfen, Hilfe angeboten oder auch nur ein Wort der Antteilnahme gehabt. Und das war schon 1937. Ich verstehe vollkommen, dass man von einem Volk das einem in solcher Situation nicht hilft, das einen verrät (denn die Juden waren und sind Deutsche) und dann die gesamte Familie, inklusive der kleinen Schwester vergast, verbrennt, erschießt und erhängt, nicht verzeihen kann.

Ruanda ist ebenfalls ein Grund, nicht zu verzeihen – allerdings der Welt insgesamt. Keiner, der auch nur in Erwägung gezogen hätte sich eine Waffe zu nehmen um das Morden zu verhindern. Keiner ist hingeflogen, keiner wollte Geld ausgeben für einen Einsatz in einem  Land, an dem kein Industriestaat ein Interesse hat. Schon die Hand voll UN Soldaten waren schlecht ausgerüstet und eine Zumutung für die Weltgemeinschaft.

Als Schluß kann man 2 Lehren ziehen: Völkermord hat in den letzten 109 Jahren rapide zugenommen und auch nach der Shoa scheint es keinerlei Lerneffekt zu geben. Große Worte – keine Taten.

Als zweites kann man dazu festhalten, das Konflikte von wenigen Menschen gesteuert zu Orgien der Gewalt werden, deren Täter aus unserer Mitte kommen. Es sind nicht andere, kein Völkermord passiert aus dem Nichts und die Zeichen wurden immer früh genug erkannt. Courage ist also anscheinend ein Luxusgut, das sich nur wenige erlauben können und wollen.
Hätte es uns arm gemacht oder moralisch zerstört, 500 Bundeswehr Soldaten (das ist ein Bruchteil dessen was in Bosnien oder Afghanistan eingesetzt wird) nach Ruanda zu schicken? Hätte als Rechtfertigung nicht gerreicht, dass Deutschland gelernt hat? Ein Bruch des Völkerrechts, ohne Frage. Aber wenn man sich nach Schaffung einer sicheren Situation für Zivilisten wieder zurückzieht, dann kann dieser Bruch mit der Moral gerechtfertigt werden.

Ich will das mal offen lassen, aber doch finde ich es erschreckend, wenn man mit Überlebenden der Shoa spricht und gleichzeitig sieht, das Ruanda oder noch aktueller der Sudan keine Beachtung finden, obwohl sich alles wiederholt. Dumme Weltgemeinschaft. Dumm.
(Und vielleicht einer der Gründe warum ich den Menschen für schlecht halte und an Gott nicht mehr glaube).

„guilty or not guilty?“

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